30 Jahre altes Kulturprojekt Karlstraße neunundzwanzig e.V. wird dreimal gekündigt

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Ein Blick auf das studentische Kulturprojekt Karlstraße 29
(Foto: Karlstraße 29 e.V.)

Die schlimmsten Befürchtungen der Bewohner*innen des studentischen Kiez- und
Kulturprojektes wurden wahr: Im Prozess des Eigentümerwechsels erhielt der Verein
gleich zwei fristlose Kündigungen, sowie eine ordentliche Kündigung. Dem
gemeinnützigen Verein wird Verunglimpfung und Beleidigung vorgeworfen.

“Wenn unser Projekt stirbt, verschwindet nicht nur unser zu Hause, sondern auch ein
wichtiger Teil der Cottbuser Kultur- und Studierendenszene”, sagt ein Bewohnerin. “Wir
sind immer noch bereit, das Haus selbst zu kaufen, damit dieser wichtige Freiraum für
junge Menschen erhalten bleibt.”, so die Bewohnerin weiter.

Die Vereinsmitglieder verschickten bereits ein Kaufangebot für die Karlstraße 29 an die
neuen Eigentümer. Sie wollen weiter dafür kämpfen, dass die Karlstraße 29 als Kiez- und Kulturort für nachfolgende Generationen Cottbuser Studierende erhalten bleibt.

Das Haus in der Karlstraße 29 wurde Anfang der 1990er Jahre in einem Projekt der
Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und in
Kooperation mit der Gebäudewirtschaft Cottbus GmbH (GWC) von Studierenden wieder
bewohnbar gemacht. Seit dem bietet der Altbau vor allem jungen Menschen ein zu Hause.

Anfang diesen Jahres wurde das Haus zum Verkauf ausgeschrieben und die
Bewohner*innen bekundeten selbst Interesse. Den Zuschlag erhielt allerdings ein Berliner Investor. Im Haus wird nicht nur gemeinschaftlich zusammengelebt. Die Vereinsmitglieder veranstalten auch Kulturveranstaltungen, z.B. das beliebte Karlstraßenfest, das einmal jährlich auf dem Bonnaskenplatz stattfindet. Mit solchen und weiteren Events wirkt das studentische Kulturprojekt in den Kiez und in die Stadt.

(pm)

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