Bauern fordern Abschuss von Wölfen

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Bauern und Landbesitzer fordern zunehmend den Abschuss der Wölfe
Bauern und Landbesitzer fordern zunehmend den Abschuss der Wölfe (Foto: Pixabay/CC0)

Der Wolf hat einen schwerer werdenden Stand in Deutschland. Noch ist er streng geschützt und darf nur in Ausnahmefällen getötet werden. Vor allem Schäfer und andere Tierhalter fordern ein strengeres Vorgehen gegen die Tiere. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will nur besonders auffällige Tiere abschießen lassen. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat dagegen eine allgemeine Bestandsregulierung vorgeschlagen.

Unterstützt wird ihr Vorschlag unter anderem von den Verbänden der Grundeigentümer und Landnutzer, die unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) verbunden sind. Sie schlagen eine Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild vor. In der Praxis würde dies bedeuten, dass als erstes festgelegt werden soll, welchen Bestand an Wölfen zu akzeptieren ist. Was darüber hinausgeht, darf abgeschossen werden.

Momentan leben nach AFN-Schätzungen über 1.000 Wölfe in Deutschland und die Zahl könnte sich innerhalb der nächsten drei Jahre verdoppeln. Damit nehmen die Konflikte weiter zu. In Mecklenburg-Vorpommern lebten beispielsweise 2018 sechs Rudel, zwei mehr als ein Jahr zuvor. Bei 21 Attacken wurden rund 120 Tiere getötet – etwa 50 mehr als im Jahr zuvor. Sind die Weiden entsprechend gesichert, werden die Tierhalter für ihren Verlust entschädigt.

Vor allem in Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen wird der Ruf nach einem aktiven Wolfsmanagement in der politischen Diskussion laut. Klöckner sagte deshalb, es müsse wolfsfreie Zonen und für eine Bestandsregulierung auch eine Abschussquote geben.

Der Bauernbund Brandenburg erklärte am 11. Januar, dass sich 43 brandenburgische Städte und Gemeinden seit August 2018 plakativ zur wolfsfreien Zone erklärt haben. Bei 14 weiteren werde noch darüber diskutiert. »Wir haben sehr viele einstimmige Beschlüsse, quer durch alle Parteien«, sagte Frank Michelchen, Ökolandwirt aus Leibsch im Spreewald und Wolfsbeauftragter des Bauernbundes.

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