Brandenburg holt Gold und Silber im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

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Dorf
(Bild: Holger Kraft auf Pixabay)

Am 11.07.19 wurden die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ verkündet. Dissen im Landkreis Spree-Neiße gewinnt Gold, Silber ging an Garlitz im Landkreis Havelland. Auch der Sonderpreis für „Kultur im Dorf“ geht an Garlitz. Am 26. Bundeswettbewerb beteiligten sich bun-desweit knapp 1.900 Dörfer.

„Ich gratuliere unseren beiden Gewinnern! Sie haben gezeigt, dass es sich lohnt, sich gemeinsam für sein Dorf zu engagieren. Dieser Dorfwettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes, denn er zeigt eindrucksvoll, dass der ländliche Raum dort eine große Zu-kunft hat, wo er den Menschen ein attraktives Lebensumfeld bietet, weil viele vor Ort bereit sind, ihre Heimat aktiv mit zu gestalten“, so Minister Jörg Vogelsänger.

Dissen – Geschichte weist den Weg

Dissen, niedersorbisch Dešno, gehört zum Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden und beweist, dass das Orts-Motto „Geschichte weist den Weg in die Zukunft“ keine Sack-gasse ist. Trotz seiner Eigenwerbung als Museumsdorf, ist Dissen mit seinen 600 Einwohnern ein sehr lebendiges Dorf. Beispielgebend sind die umfangreichen Bestrebungen zur Revita-lisierung und Pflege der wendischen Kultur und deren Einbindung in den Alltag. Wendi-sche Ortsteilnamen auf den Straßenschildern sind ebenso zu finden wie der ursprüngli-che wendische Hofname.

In Dissen haben die Bürger erkannt, dass die Erhaltung des dörflichen Ortsbildes für eine zukunftsorientierte Dorfentwicklung entscheidend sein kann. Die seit dem 18. Jahr-hundert kaum veränderte Gemeinde ist mit ihren fünf Ortsteilen durch geschlossenen Vierseithöfe geprägt. Einmalig in Brandenburg sind die Torhaushöfe die eine kompakte, wehrhafte Bauweise symbolisieren und nur durch das Tor den Zugang gewähren. In Dissen sind 35 Hofstellen erhalten.

Die Dissener bekennen sich zur Entwicklung eines sanften, kleinteiligen und nachhalti-gen Tourismus. Mit dem Ziel, als Erholungsort offiziell anerkannt zu werden. Weithin bekannt ist Dissen für die Nachbildung eines wendischen Dorfes „Stary lud“ (Begeg-nungen mit dem alten Volk) und dem ortseigenem Naturkundezentrum/Storchenhof, das gemeinsam mit dem Heimatmuseum Projekttage für Schulkinder und Touristen zum „Slawischen Leben“ ausrichtet. Die renaturierte Spreeaue ist als artenreicher Lebensraum erlebbar.

Garlitz – Geschichten vom Dorfanger

Garlitz wurde erstmals 1161 erwähnt. Das Dorf, mit seinen 400 Einwohnern, prägt ein breiter Anger, der durch alte Eichen und großzügige Grünflächen geschmückt wird. Ge-mäß dem Gemeindemotto „Starke Gemeinschaft und reges Leben im geschichtsträchti-gen Dorf“ wurde ein „Garlitzer Geschichtenweg“ angelegt.

Im Rahmen ihres „Garlitzer Stammtischs“ haben die Einwohner Ideen erarbeitet, wie sich das Dorf weiter entwickeln soll. Die ortsansässigen Vereine und Interessengruppen sor-gen hier für ein ausgeprägtes „Wir-Gefühl“. So gibt es auf dem Dorfanger den „Vorlese-Sessel“, auf dem „Vorlese-Omis“ und „Vorlese-Opis“ in den Sommerferien für Kinder – und zu späterer Stunde auch für Jugendliche beziehungsweise jung Gebliebene – Ge-schichten vortragen.

Überregional ist Garlitz durch das angrenzende Großtrappenschutzgebiet bekannt ge-worden. Der Schutz der umliegenden Landschaft und der Natur ist Anliegen für die Garlit-zer, die dafür sorgen, dass die land- und forstwirtschaftlichen Flächen umweltverträglich bewirtschaftet werden.

(pm)

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