Bundesumweltministerium richtet „Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien“ in Cottbus ein

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Industrie
(Foto: Pixabay/CC0)

Das Bundesumweltministerium wird noch in diesem Jahr in Cottbus ein Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) eröffnen. Dies teilte Staatssekretär Jochen Flasbarth aus Anlass der heutigen Auftaktsitzung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) in Cottbus mit.

An der Auftaktsitzung nahmen auch der Brandenburger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, die BTU-Präsidentin Christiane Hipp, der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch sowie Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und weiteren Institutionen teil. Für den Aufbau des Zentrums sind für dieses Jahr im Bundeshaushalt insgesamt zwei Millionen Euro vorgesehen.

Mit dem Aufbau des Kompetenzzentrums Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) wird die vom Bundesumweltministerium gegründete gGmbH Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) betraut. Die Idee für das Kompetenzzentrum ist ein Ergebnis des Dialogs mit den energieintensiven Branchen, den das Bundesumweltministerium mit Unternehmen und Verbänden zur Umsetzung der Klimaschutzziele im Industriesektor führt. Es soll in engem Austausch mit Forschungseinrichtungen, der Industrie und internationalen Institutionen die Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse voranbringen.

Dabei sollen der Forschungsbedarf ermittelt, Forschungscluster gebildet sowie Finanzierungsmöglichkeiten identifiziert und erschlossen werden. Im Rahmen von Wissensplattformen und Erfahrungsaustauschen national und international soll sich das KEI als Ideengeber am Übergang von Forschung und Entwicklung zur Markteinführung innovativer Klimaschutztechnologien beteiligen.

Darüber hinaus ist geplant, das Kompetenzzentrum unter Einbindung des Umweltbundesamtes in Dessau mit der Umsetzung des geplanten Förderprogramms zur Dekarbonisierung in der Industrie zu beauftragen, für das im Bundeshaushalt ebenfalls Mittel bereitgestellt werden.

In erster Linie richtet sich das KEI an energieintensive Branchen wie Stahl, Zement, Kalk, Teile der chemischen Industrie und der Nicht-Eisenmetallurgie, bei denen neben energiebedingten Treibhausgasemissionen auch besonders schwer vermeidbare, technisch-physikalisch bedingte Prozessemissionen eine Rolle spielen. Um das Ziel einer weitgehenden Treibhausgasneutralität entsprechend den Zielen des Klimaschutzplans 2050 auch in diesen Branchen zu erreichen, sind Sprunginnovationen und damit der Umbau ganzer Prozessketten und –verfahren erforderlich. Die Erkenntnisse werden auch in anderen Branchen nutzbar sein. (pm)

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