Cottbus einmal anders betrachtet: historischer Rundgang durch die Innenstadt

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Der Altmarkt in Cottbus
Der Altmarkt in Cottbus (Bild: Sabine Bends auf Pixabay)

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen zum Umgang mit der Kolonialgeschichte bietet die Initiative “Cottbus Postkolonial und Postsozialistisch” am 05. Oktober 2020 um 16.00 Uhr erneut einen geschichtspolitischen Rundgang durch die Cottbuser Innenstadt an. Startpunkt ist die Ludwig-Leichhardt-Statur auf dem Oberkirchplatz.

An kolonialen und sozialistischen Erinnerungsorten soll aufgezeigt werden, wie die Spuren dieser Machtverhältnisse die Geschichte der Stadt bis heute prägen. Die Spurensuche orientiert sich an den Fragen: Wer bestimmt, was erinnert wird? Welche Geschichten werden gehört und welche Geschichten werden vergessen?

„In vielen Städten in Deutschland und weltweit zeigen rassimuskritische Initiativen, wie koloniale Ideen und Praktiken sich in urbane Räume eingeschrieben haben und fortwirken. Um die Geschichte und Kontinuität von Rassismus sichtbar zu machen, wollen wir einigen kolonialen Spuren in unserer Stadt anhand von Erinnerungsorten nachgehen. Dabei wird uns auch die DDR-Geschichte beschäftigen. Die DDR hat sich auf ambivalente Weise mit ihrem kolonialen Erbe auseinandergesetzt. Sie folgte einem antifaschistischen und antiimperialistischen Selbstverständnis, reproduzierte jedoch auch Verhältnisse der rassistischen Ausgrenzung und Marginalisierung, wie beispielsweise im Umgang mit Vertragsarbeiter*innen. Gleichzeitig werden die Geschichten und das kulturelle Erbe der DDR heute selbst aus dem kollektiven Gedächtnis ausgeklammert, abgewertet oder aus einer Außenperspektive erzählt. Diesen Verstrickungen wollen wir in unserem geschichtspolitischen Rundgang nachgehen“, so Ines Krause von der Initiative.

Die alternative Stadtführung startet um 16 Uhr an der Oberkirche, in deren Umfeld sich zwei Zeugnisse deutscher Kolonialgeschichte finden. Danach wird die Stadtführung mit einer kritischen Betrachtung des Fürst Hermann von Pückler-Muskau fortgesetzt. Anschließend werden Erinnerungsorte der sozialistischen Vergangenheit der Stadt Cottbus aufgesucht und die Teilnehmenden erfahren etwas über sozialistische Architektur, Migration in der DDR und die Textilindustrie. Im Fokus der Auseinandersetzungen stehen dabei die Kontinuitäten von Rassismus in der Stadt.

Alle Interessierten sind herzlich zu dem Rundgang eingeladen. Wir bitten alle Teilnehmenden den Mindestabstand von 1,5 m einzuhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung mitzubringen. Weitere Hinweise erhalten Sie vor Ort von den Organisator*innen des Rundganges.

(pm)

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