Cottbuser aller Stadtteile, hört die Signale!

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Menschen in der Menschenmenge
(Foto: Pixabay/CC0)

Gänsehaut, die Stimme zitterte, kaum konnte ich die Worte mitsingen. Manche hatten die geballte Faust hoch gereckt und gut hundert Menschen aller Hautfarben sangen die Internationale. Zur Rosa-Luxemburg-Konferenz waren mehr als 3000, meist junge Menschen, nach Berlin gereist. Diverse Gruppen diskutierten die Zukunft. Die Stimmung war hell, kreativ, freundlich. Und ich dachte so bei mir, Mensch Conny, wir sind doch Viele! Warum nur schaffen wir es zu selten über Einzel-, Gruppen- und Parteiinteressen hinaus GEMEINSAMES zu entwickeln? Schnittmengen sind das fortschrittliche Wohl der Menschheit, Demokratie und Frieden.

Doch die Hirne lassen sich täuschen: „Laut gebrüllt gleich Löwe ergo HILFE!“. Stimmt, im Land und in der Stadt heult es laut und unmeldodisch. Negative Energie! Während die einen die Tonlage anpassen, verstummen andere ganz. Wieder andere agieren zielstrebig oder aktionistisch, während das Orakel säuselt: AfD-Wahlsieg in Cottbus bei den Kommunalwahlen im Mai. Durch die Straßen hallt der Chorgesang „Abschieben“ und „Widerstand“. Ich höre hin und frage mich, wann kommen die Ideenstrophen!?

Die Brandenburger AfD hat weniger als 1600 Mitglieder, der Frauenanteil beträgt 20%*. Um einen prognostizierten Wahlsieg von ca. 30%**zu feiern, müssten bei Wahlbeteiligung wie 2014 = 37,2% ca. 10.000 Cottbuser*innen ihre drei Kreuze für die Kandidaten geben. Künftigen säßen dann 14 bis 16 AfDler bei aktuellen 46 Sitzen in der Stadtverordnetenversammlung. Konstruktive Arbeit bei Strukturwandel, Bildung, Kultur und so weiter mit der Partei, die sich außerhalb der Themen Einwanderung und EU kaum ernsthaft mit den Problemen vor Ort beschäftigt (außer der Instrumentalisierung einzelner Vorfälle), ist für mich schwer vorstellbar.

Es geht jetzt darum, für die Zukunft der Heimat Cottbus aktiv zu werden. An alle Gruppen, Initiativen, Parteien und Bürger*innen, denen die echten Themen der Stadt am Herzen liegen, findet Euch zusammen! Wir können das drehen! Lasst uns ein eigenes Lied anstimmen, jeder mit seinem Instrument und seiner Bedeutung, aber doch als ein Orchester. Denn Musik ist immer noch schöner als Lärm. Herzklopfen!

Eure Cornelia Meißner

* pnn, Jan.19
**rbb, Okt.18

Der Beitrag entstammt der Februar-Ausgabe unserer Kulturzeitschrift “Blicklicht”.

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