Flutungsstopp beim Cottbuser Ostsee. Kritiker nicht überrascht

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Impression Flutungsbeginn Cottbuser Ostsee
(Bild: Impression Flutungsbeginn Cottbuser Ostsee von LEAG_DE/flickr.com unter CC BY-SA 2.0)

Der Cottbuser Ostsee wird vorübergehend nicht weiter geflutet. Der Bergbaubetreiber LEAG erklärte heute dazu, dieser Schritt sei aufgrund “der anhaltend trockenen Witterung und daraus resultierend niedrigen Spreeabflüssen” notwendig. Die sächsischen und brandenburgischen Wasserbehörden hatten demnach für alle Lausitzer Tagebauseen vorsorglich angeordnet, die Flutungen einzustellen. Der Flutungsstopp gelte für alle Tagebauseen bis sich die Lage wieder entspannt habe.

Die Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky (Grüne) sagte, der Flutungsstopp sei unvermeidlich gewesen. “Schon vor dem Flutungsbeginn am 12.4. war klar, dass die Wasser-Reservoire auf Grund der Dürre vom letzten Jahr nicht ausreichend gefüllt sind; die große Trockenheit vom Beginn diesen Jahres hat die Lage zudem verschärft.”

Zudem sei unwahrscheinlich, dass der See bis 2025 vollständig geflutet werden könne. Eine Risikoanalyse zum Klimawandel des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe besage, dass Ostdeutschland bei Dürren besonders betroffen sei. Deshalb müsse “es jetzt eine Neubewertung des Flutungszeitraumes geben”.

Auch René Schuster von der Grünen Liga ist der Meinung, dass schon klar war, bevor der Hahn aufgedreht wurde, dass die Flutung nicht lange laufen werde. “Das Wasser der Talsperren wird für den Sommer gebraucht.”

Schuster weiter: “Der See wird sich letztlich als Fehlplanung zu Lasten künftiger Generationen herausstellen”. Offiziell suche das Land Brandenburg nach Wegen, sich an Klimawandel und Wassermangel anzupassen. Mit der Planung des Cottbuser Tagebausees habe es genau das Gegenteil getan: Der große und extrem flache See werde durch riesigen Verdunstungsverluste die Wasserbilanz besonders dann belasten, wenn ohnehin wenig Wasser in der Spree sei.

Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei der LEAG, sieht den Flutungsstopp dagegen gelassen: “Die LEAG hat in ihren Prognosen solche Phasen bereits ausreichend mit eingeplant, so dass sich am Flutungszeitraum von fünf bis sechs Jahren dadurch nichts ändert”.

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