Frauentag: Taten statt Blumen!

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Frauentag
(Bild: Pablo Valerio auf Pixabay)

Nee! Oder? Ah, es ist der Internationale Frauentag! Neben denen, die es echt gut meinen (nette Arbeitskollegen meist mit Ost-Backround) verbeugen sich nun wieder Politiker (und Politikerinnen) vor den hart arbeitenden Frauen, den Kindererziehererinnen, den Pflegenden und verteilen Blümchen. Sie halten ihre Festreden, reden über Errungenschaften, gewonnene Rechte und Freiheiten. Sie machen darauf aufmerksam, dass es noch viel zu tun gibt. Sie werden an viele großartige Frauen erinnern.

Dann streichen sie Gelder für Frauenhäuser, Hilfsprojekte, lehnen Paritätsvereinbarungen ab oder versuchen wieder den Mindestlohn oder Rente zu schleifen. Willkommen im 21. Jahrhundert.

Heute sind vor dem deutschen Grundgesetz Mann und Frau gleich. Ein Blick in die Chefetagen oder in den Bundestag reicht jedoch, um eines Besseren belehrt zu sein. Noch immer haben wir in unserem Land eine zutiefst patriarchale Struktur. Diese prägt Abläufe und legt Sichtweisen fest. Manchmal duldet oder nutzt das System physische und psychische Gewalt gegen Frauen.

Ich weiß, es gibt eine Menge Fortschritt, doch möchte ich die Betrachtung nicht von der unteren Latte des 19. Jahrhunderts führen. Ich möchte die hohen Ansprüche meiner Vorbilder bemühen. Schauen wir zum Beispiel nach Schweden, dann kann ich eine fordernde und fördernde Politik für Frauen erkennen. Schon in den 1960iger Jahren haben die Skandinavier erkannt, dass Fachkräftemangel nicht durch Zuwanderung abzuwenden ist. Sie entdeckten ihre Frauen und machten sie zum Mittelpunkt aller sozialstaatlichen Bestrebungen. Schwedische Frauen sind heute unabhängig, die Löhne sind so gut wie gleich, Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit, die Kinderbetreuung ist gut ausgebaut – Männer und Frauen begegnen sich auf Augenhöhe.

Das ist der richtige Weg. Es braucht mutige Entscheider*innen. Doch wirken derzeit die Zustände bei uns und anderswo eher wie ein „Rollback“ in finsterste Macho-Zeiten. Schaue ich auf Politik und Wirtschaft, sehen wir eine „alte Garde“ die versucht, ihr Revier um jeden Preis zu behalten. Sie röhren und stampfen wie Hirsche in der Brunft. Das ist toxisch, hasserfüllt und irgendwie verzweifelt. Und doch könnten sie mit dieser gewaltbereiten Haltung gewinnen. Sie erzeugen Angst und Schrecken. So funktioniert Patriarchat seit Jahrhunderten.

Frauen brauchen keine fadenscheinigen Blumengrüße zum 8.März. Gleichberechtigung ist nicht nur eine Gesetzesentscheidung. Besser sind beherzte Taten in Anerkennung der Ebenbürtigkeit, in Respekt und Würde. Wenn das passiert, fürchtet das Männliche auch nicht mehr den Machtverlust. Dann stellen wir die geburtsgegebene Bereitschaft zur Kooperation in den Vordergrund und lösen Konflikte friedlich. Frauen an die Macht!

Herzklopfen. Eure Conny

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