Klimawandel fördert in Deutschland alarmierende Entwicklung

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Klimawandel
(Bild: Jody Davis auf Pixabay)

Der Klimawandel ist in Deutschland immer deutlicher zu spüren. Das zeigt der zweite Monitoringbericht der Bundesregierung, der letzte Woche vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt in Berlin vorgelegt wurde. Demnach hat sich die mittlere Temperatur hierzulande in den Jahren von 1881 und 2018 um 1,5 Grad erhöht. Allein in den letzten fünf Jahren sei die um 0,3 Grad gestiegen.

Eine höhere Mitteltemperatur ist auch mit einer höheren Anzahl „Heißer Tage“ verbunden. Das sind Tage, an denen die Temperaturen auf über 30 Grad Celsius steigen. Seit 1951 sind diese von etwa drei Tage im Jahr auf derzeit zehn Tage gestiegen.

Vor allem für die Menschen in den Städten führt dies zu weiteren Problemen. Deshalb enthält der Monitoringbericht in diesem Jahr erstmals bundesweite Aussagen zu hitzebedingten Todesfällen. Demnach sind im Jahr 2003 rund 7.500 Menschen mehr gestorben als ohne Hitzeperiode zu erwarten gewesen wäre. In den Jahren 2006 und 2015 gab es demnach jeweils 6.000 zusätzliche Todesfälle.

Mancherorts wirkt sich die Hitze auch negativ auf die Trinkwasserwasserversorgung aus, weil es in den letzten zehn Jahren immer häufiger niedrige Grundwasserstände gegeben hat. Trockenheit und niedrige Wasserstände in Flüssen beeinträchtigen nicht nur Ökosysteme, sondern gefährden auch die Versorgung von Kraftwerken und Industrie mit Kühlwasser.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete diese Entwicklung als alarmierend. Dieser könne man nur mit vorsorgendem Klimaschutz und konsequenter Anpassung an den Klimawandel begegnen. Konkret bedeute das zum Beispiel, dass alle Bau- und Infrastrukturprojekte besser gegen Beeinträchtigungen durch Hitze, Starkregen oder Hochwasser gewappnet sein müssen. Das gelte auch für die Gestaltung von städtischen Wohngebieten. „Begrünte Dächer und Gebäudefassaden, Wasserflächen und verschattete Plätze lindern hier Hitze und verbesserten den Regenwasserrückhalt“, sagte sie.

Kurz vor Beginn des Klimagipfels in Spanien sind hunderttausende Menschen in Deutschland und weltweit auf die Straßen gegangen. Nach Angaben der Bewegung Fridays for Future beteiligten sich am letzten Freitag allein in Deutschland mehr als 600.000 Menschen an den Klimastreiks. In mehr als 500 deutschen Städte waren Kundgebungen angekündigt. In Berlin beteiligten sich laut dem Netzwerk etwa 60.000 Menschen, in Hamburg rund 55.000 und in Hannover sollen es nach Polizeiangaben 30.000 Menschen gewesen sein.

Sie alle forderten ein stärkeres Engagement der Politik im Kampf gegen den Klimawandel. Aber sie stellten auch die Verantwortung jedes Einzelnen heraus. Vielerorts prostierten die Menschen deshalb auch gegen übermäßigen Konsum. In Berlin rief beispielsweise der Sänger Peter Fox den Demonstranten zu: „Checkt Euren Lifestyle“. Dass der Klimastreik am Schnäppchentag „Black Friday“ stattfand, hatte damit eine gewisse symbolische Bedeutung.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann rief bei dieser Gelegenheit nach Angaben der Berliner Morgenpost die Bundesregierung dazu auf, das Ziel der schwarzen Null aufzugeben. Stattdessen solle sie stärker in Zukunftstechnologien investieren.

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