Krise im Einzelhandel: Kommt der zweite Abschnitt des Blechen-Carrés?

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Stadtpromenade für alle
(Bild: Stadtpromenade für alle)

Die Ankündigung war groß: Ab September soll der zweite Abschnitt des Blechen-Carrés gebaut werden, hatte “Investor” René Becker im Juni in der Stadtverordnetenversammlung versprochen. Doch die Corona-Krise hat die Bedingungen für den Einzelhandel verschlechtert; im Herbst wird mit einer Pleitewelle gerechnet.

Das Handelsblatt hatte in seiner Ausgabe vom 24. Juli 2020 über die trüben Aussichten des Einzelhandels berichtet.

  • Jeder dritte Nicht-Lebensmittelhändler sei demnach von der Insolvenz bedroht.
  • Rund 10.000 Unternehmen in der Branche stünden bundesweit kurz vor der Insolvenz. Bis zu 50.000 Filialen könnten langfristig geschlossen werden.
  • Große Marken sind insolvent: Die Tom-Tailor-Holding hat beispielsweise im Juni Insolvenz angemeldet. Esprit hat ein Schutzschirmverfahren beantragt und will jeden zweiten Laden schließen. Gerry Weber will demnach hunderte Stellen abbauen. Auch zahlreiche andere Marken sind davon betroffen.
  • Den Shoppingcentern geht es nicht besser: Laut Handelsblatt haben in den “Malls” des ECE-Konzerns schon 400 Händler Insolvenz angemeldet. Das entspreche zwar nur acht Prozent der Ladenfläche, mache aber Einnahmeverluste von rund 70 Millionen Euro im Monat aus. Der ECE-Eigentümer geht von weiteren Insolvenzen aus.
  • Der Warenhausbetreiber Galeria Karstadt Kaufhof hat sich in ein Schutzschirmverfahren “gerettet”. Vorerst sollen 50 Filialen geschlossen werden; “der Ausgang ist ungewiss”, schreibt das Handelsblatt.

Vor diesem Hintergrund sieht es der Cottbuser Stadtverordnete Robert Amat Kreft, der für die Listenvereinigung Sozialer Umbruch Cottbus (SUB) im Stadtparlament sitzt, nicht als realistisch an, dass die Erweiterung des Blechen-Carrés tatsächlich gebaut wird. “Stadtverordnete und Stadtverwaltung sollten jetzt tatsächlich an einem Ausstiegskonzept arbeiten, um den unhaltbaren Zustand in der Stadtmitte zu beseitigen”, sagte er. Der Wille der Bürger sei schließlich: Die Brachfläche müsse verschwinden.

In den letzten Monaten war die Diskussion über die Zukunft der Brachfläche wieder aufgeflammt. Bürger warfen dem “Investor” vor, die Stadt an der Nase herumzuführen. Auch regionale Künstler hatten sich dafür ausgesprochen, dass der aktuelle Zustand behoben wird.

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