Musical “Beat It”: Eine Cottbuserin tourt mit

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Die gebürtige Cottbuserin Monique Markert tourt mit im Ensemble von
Die gebürtige Cottbuserin Monique Markert tourt mit im Ensemble von "Beat It". (Foto: Jo Dohse/PR)

Die Stadthalle Cottbus ist am 28.3.2019 fast ausverkauft. Erwartungsvolle Zuschauer, unter ihnen ausgemachte Michael Jackson- Fans in Glitzerjacketts und mit entsprechenden Hüten freuen sich auf das Musical „Beat It“, das „mit den größten Hits von Michael und den Jackson 5“ aufwarten wird. Seit dem 30. Oktober 2018 ist die Show im deutschsprachigen Raum unterwegs und wird noch bis Ende April on tour sein. Mit im 18-köpfigen internationalen Ensemble die gebürtige Cottbuserin Monique Markert. Ihre Freunde und Verwandten nennen sie Momo, und unter dem Namen ist sie auch im Programmheft aufgeführt.

Das Musical erzählt die wichtigsten Lebensstationen der Pop-Ikone in knapp drei Stunden. Die Fans sind begeistert, denn ist ihnen nicht, als ob ihr Liebling leibhaftig auf der Bühne steht? Hauptdarsteller Dantanio Goodman imitiert ihn gesanglich und tänzerisch bravourös, wie überhaupt das gesamte Ensemble tänzerisch, sängerisch und schauspielerisch Beachtliches leistet. Natürlich wird nicht am Image der Legende gekratzt, eher wird der Sockel, auf dem der Titan sowieso schon steht, noch erhöht. Die perfekte Lichtshow und all die bekannten Hits tun ihr übriges, dass die Zuschauer am Ende begeistert mit Standing Ovation-Beifall Zugaben fordern und nicht enttäuscht werden.

Die Musical-Karawane zieht weiter, ich aber interviewe vorher noch Momo. Die junge Frau, Jahrgang `89, kommt etwas abgekämpft, aber glücklich gerade aus dem Backstage-Bereich.

Glückwunsch zur Mitwirkung in dieser tollen Produktion! Wie ist es so, in der Heimatstadt zu gastieren?

Natürlich etwas ganz Besonderes. Zu wissen, dass die Familie und Freunde sowie alte Bekannte im Publikum sitzen, gibt einem einen extremen Adrenalinschub. Ich weiß noch, wie ich als kleines Kind eine Veranstaltung in der Stadthalle sah und zu meiner Mama sagte: „Da oben will ich später auch mal stehen.“ Den Haken kann ich jetzt setzen. Träume können wahr werden!

Was verbindest du mit deiner Heimatstadt Cottbus?

Meine Familie! Ihr habe ich alles zu verdanken. Ohne die bedingungslose Unterstützung meiner Eltern wäre ich nicht da, wo ich bin.

Wie bist du zum Tanzen gekommen und welche Bedeutung hat es für dich?

Ich hatte immer schon ein Faible für den Tanz, habe als Kind die Wohnzimmermöbel beiseitegeschoben und die Bewegungen von Tänzern in Slowmotion immer wieder auf dem Bildschirm angesehen und akribisch nachgeahmt. Die Idee, den Tanz eventuell nicht nur als Hobby zu sehen, gab mir Ingo Zeising in von ihm geleiteten Tanz-Workshops während der Schülertheatertreffen in der Neuen Bühne Senftenberg, wo ich mehrmals mit dem Theater an der Wendeschleife vom Cottbuser Heine-Gymnasium teilnahm. Er sagte, dass ich großes Talent hätte und daraus etwas machen sollte. Seitdem lernte ich mehr und mehr, den Tanz als Ausdrucksform zu sehen und mich darin zu verwirklichen. Das Gefühl, auf der Bühne zu tanzen und das Publikum damit zu erreichen, ist unbeschreiblich, und das möchte ich nicht mehr missen.

Gib doch mal einen kurzen Abriss deines künstlerischen Werdeganges.

In der Grundschule hatte ich erste kleine schauspielerische Aufgaben, aber auch das Spielen der Blockflöte gelernt. Musikalisch habe ich mich später noch mit dem Saxophon-, Klavier- und Repiniquespiel beschäftigt.

Was ist das für ein Instrument?

Das ist eine kleine Sambatrommel, hat also auch schon etwas mit Bewegung und Tanz zu tun.

Zu Beginn meiner künstlerischen Entwicklung lag mein Fokus aber mehr beim Schauspiel, eben im Theater an der Wendeschleife, aber ich merkte immer mehr, dass mein größeres Talent im Tänzerischen steckt. Zunächst machte ich eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau und studierte dann erst einmal Mathematik und Ethik/Philosophie. Ich merkte aber auch, dass ich nicht jünger werde und es bereuen würde, wenn ich nicht wenigstens versuchen würde, meine Leidenschaft Tanz zum Beruf zu machen.

Während meines Studienabschlusses Bachelor fürs Lehramt an Gymnasien bewarb ich mich also an mehreren Tanzausbildungsstätten und konnte schließlich in Stuttgart mein Diplom für Bühnentanz, Tanzpädagogik und Choreographie ablegen.

Seitdem arbeite ich freiberuflich als Tänzerin und kann mich glücklich schätzen, damit meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Und wie wird man Ensemblemitglied in einer so großen Musicalshow?

Es gab für „Beat It!“ eine ausgeschriebene Audition, bei der ich mich bewarb und in Berlin vortanzte und -spielte. Ich hatte Glück, da genau das zeigen zu können, was die Produktion gesucht hatte.

Wie lange musstest du proben, um die Choreographien drauf zu haben?

Im Normalfall dauert eine Probenphase mehrere Wochen. Da ich allerdings kurzfristig für eine Ensemblerolle eingesprungen bin, hatte ich gerade mal fünf Tage Zeit, die komplette Show zu lernen, bevor ich das erste Mal dort auf der Bühne stand.

Was für ein Verhältnis besteht zwischen den Ensemblemitgliedern?

Auf der Tour ist man von morgens bis abends zusammen und das Tag für Tag. Wir bezeichnen uns liebevoll als „Beat It“-Familie, denn genau so fühlt sich das an. Selbstverständlich gibt es auch mal kleine Reibereien, aber das scheint mir normal – wie in einer richtigen Familie eben. Wir sind alle sehr eigene, ausgeprägte Charaktere und Individuen, und trotzdem ist die Atmosphäre zwischen uns Ensemblemitgliedern sehr harmonisch. Ich bin überaus stolz darauf, Teil dessen sein zu dürfen.

Was machst du, wenn die Show zu Ende ist?

Ich werde die Show, den Cast und die gesamte Crew sehr vermissen. Die „Beat It“-Tour ist eine einmalige Erfahrung für mich und macht mir Mut für das nächste Projekt. Ich werde zu weiteren Auditions gehen und sehen, was die Zukunft bringt.

Wie gibst du dein Können und deine Leidenschaft für das Tanzen weiter?

Jetzt erst einmal jeden Abend auf der Bühne. Wenn du leidenschaftlich bei der Sache bist, dann kannst du deine Energie auch an das Publikum übertragen. Daneben unterrichte ich viel und habe dadurch genügend Möglichkeiten, mein Können und Wissen an die Schüler weiterzugeben.

Ich danke dir für das Gespräch und wünsche dir toi, toi, toi für alle weiteren „Beat It“-Auftritte und dein weiteres Leben.

Das Musical „Beat It!“ ist am 8.2.2020 nochmals in der Cottbuser Stadthalle zu sehen.

Angelika Koch

Das Interview wurde zuerst in der Mai-Ausgabe der Cottbuser Kulturzeitschrift “Blicklicht” veröffentlicht.

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