Premieren-Doppelpack an der neuen Bühne Senftenberg

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Die Studentin und Monsieur Henri
Die Studentin und Monsieur Henri (Foto: Steffen Rasche)

(Senftenberg.) Zwei Inszenierungen feiern in dieser Woche am Senftenberger Theater Premiere: Am Donnerstag, 8. Oktober, wird zum ersten Mal die Theaterserie „Selfies einer Utopie“ zu erleben sein. Regie führt Nicola Bremer.

Die französische Komödie „Die Studentin und Monsieur Henri“ feiert am Samstag, 10. Oktober, Premiere auf der Hauptbühne. Regie führt Alice Asper.

Zwei Premieren gibt es im Verlauf dieser Woche an der neuen Bühne Senftenberg zu erleben! Zum einen feiert am Donnerstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr Nicola Bremers „Selfies einer Utopie“, zum anderen die französische Komödie „Die Studentin und Monsieur Henri“ am Samstag, 10. Oktober, 19.30 Uhr Premiere

Mit „Selfies einer Utopie“ präsentiert der junge Autor und Regisseur Nicola Bremer seine Vision vom streng reglementierten Anarcho-Entertainment. 2018 wurde er für die Theaterserie von der Fachzeitschrift „Theater Heute“ als bester Nachwuchskünstler nominiert.

Die Spielregeln sind im Grunde ganz einfach. Drei Schauspieler*innen sprechen einen Text, den sie zuvor nie gesehen haben – und müssen dabei immer wieder spontane Regieanweisungen umsetzen. „Selfies einer Utopie“ kratzt damit an den Krusten des Theaters – das ja bekanntlich die Welt bedeutet. Klingt revolutionär, ist aber vor allem lustig, denn Verbissenheit ist mega-out.

Die schräge Comedy ist kein Selbstzweck: Ihre Botschaft kommt daher in Gestalt des italienischen Pop-Stars Eros Ramazzotti. Um dessen fiktiven Auftritt kreisen die mit aktuellem Weltgeschehen gespickten Texte, die den Status Quo hinterfragen und den Ausbruch wagen. So verwandelt sich die Bühne in einen Versuchsraum, in dem man sich ohne Konsequenzen der grenzenlosen Fiktion einer idealen Welt der Zukunft hingeben kann.

Es spielen: Erik Brünner, Esra Maria Kreder und Sara Simons.

Im Frühling 2020 war bereits Nicola Bremers „Radio Einsamkeit (UA)“ auf der digitalen Theaterbühne zu erleben, ein Stück, das er originär als Reaktion auf die – und in der coronabedingte/n Selbstisolation schrieb.

Mit Ivan Calbéracs Komödie „Die Studentin und Monsieur Henri“ feiert am 10. Oktober eines der prominentesten, modernen französischen Stücke Premiere. Mit viel Charme, Esprit und Liebe zu den Figuren hat Ivan Calbérac ein Stück geschaffen, das schnell begeistert und doch nicht oberflächlich bleibt, sondern handfeste Themen zur Sprache bringt.

Die Studentin Constance ist darin verzweifelt auf der Suche nach einem Zimmer, das sie mit ihrem wenigen Geld bezahlen kann. Die Anzeige von Paul kommt also gerade recht – ein Zimmer in der Wohnung seines Vaters Henri zu günstigen Konditionen unter der Auflage, hin und wieder nach dem älteren Herrn zu schauen. Kein Problem für Constance! Nur ist Monsieur Henri gar nicht begeistert, dass sein Sohn ihm ein Kindermädchen in die Wohnung einquartieren will. Nach einigem Überlegen aber kommt Henri ein hinterlistiger Plan: Warum nicht der jungen und bildschönen Constance das Zimmer geben, seinem Sohn damit zustimmen und Constance zugleich für sich einspannen? Denn Valérie, Pauls Ehefrau, ist ihm schon lange ein Dorn im Auge und so eine hübsche junge Frau wie Constance kann Paul doch sicher leicht den Kopf verdrehen?! Constance, die dringend das Zimmer braucht, stimmt unwillig zu. Und so beginnt ein munteres Flunkern und Verführen von allen Seiten… – ein genussvoller Abend, der nur die Frage offen lässt, wer wohl als nächstes einen unschlagbaren Plan hat?

Alice Asper inszeniert diese liebevolle, zuweilen wilde aber vor allem amüsante Komödie. Zuletzt führte sie bei „Was das Nashorn sah, als über die andere Seite des Zauns schaute“ von Jens Raschke und „Nur ein Tag“ von Martin Baltscheit Regie. Cornelia Kraske richtet die Pariser Wohnung des Monsieur Henri ein und entwirft ebenfalls die Kostüme. Dies ist ihre erste Arbeit der neuen Bühne Senftenberg.

Es spielen: Daniel Borgwardt, Lena Conrad, Heinz Klevenow, Anna Schönberg.

Die Premiere von „Die Studentin und Monsieur Henri“ ist bereits ausverkauft. Karten für die weiteren Vorstellungen am 17. und 24. Oktober sowie für die Premiere von „Selfies einer Utopie“ am 8. Oktober gibt es an der Theaterkasse im Besucherzentrum, telefonisch unter 03573. 801 286 oder online unter www.theater-senftenberg.de.

(pm)

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