Stadt Cottbus/Chóśebuz konzipiert Modellregion Pflege

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(Bild: rawpixel auf Pixabay)

Die Sozialdezernentin der Stadt Cottbus/Chóśebuz, Maren Dieckmann, hat gemeinsam mit der EGC Wirtschaftsförderung Cottbus und dem Carl-Thiem-Klinikum zahlreiche Partner gefunden, die gemeinsam das Projekt „Modellregion Pflege“ auf den Weg bringen wollen. Damit soll auf den Fachkräftemangel in der Pflegebranche reagiert werden.

Maren Dieckmann: „Zur Fachkräftesicherung in der Pflege in Cottbus ist die Stadt seit längerem in intensiven Gesprächen mit den Partnern und Arbeitgebern, u.a. mit dem Carl-Thiem-Klinikum, den Einrichtungen und Pflegediensten und der Wirtschaftsförderung. Dass uns zunehmend Fachkräfte in der Region fehlen, ist kein neues Thema. Bereits jetzt sind Versorgungsengpässe vorhanden. Im Rahmen der Verantwortung der kommunalen Daseinsvorsorge und kommunalen Pflegeplanung können wir das aber nur zusammen stemmen“, so Maren Dieckmann.

Beim Vorhaben der Fachkräftesicherung müssen mehrere Säulen betrachtet werden. Dazu gehören Ausbildung und Studium – auch berufsbegleitend –, Umschulung von Quereinsteigern, aber auch Zugewanderte für den Pflegeberuf zu gewinnen. Denn ohne die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften ist die pflegerische Versorgung langfristig nicht zu sichern.

Maren Dieckmann: „Eine Modellregion Pflege können wir uns in Kooperation mit den anliegenden Landkreisen sehr gut vorstellen. Dazu gab es Anfang August das Gespräch mit den Sozialdezernenten der Region Südbrandenburg (SPN, EE, OSL, LDS). Es wurden bereits konkrete Schritte verabredet, um das Konzept Modellregion Pflege gemeinsam zu befördern.“

Tina Reiche, Geschäftsführerin der EGC Wirtschaftsförderung Cottbus: „Wenn etwas so Unumstößliches wie die Pflege kranker, meist alter Menschen ins Wanken gerät, wird es kritisch. Aus Sicht der EGC müssen mehrere Schwerpunkte weiterentwickelt werden. Den Stellenwert der Pflege können wir nicht hoch genug schätzen. Daher muss als Erstes das Image des Berufes in der Berufsorientierung aufgewertet werden. Eine angemessene Entlohnung kann an der Stelle nur unterstützend wirken. Auch sind pragmatische Lösungsansätze von Politik bzw. Gesetzesgeber erforderlich, z.B. durch formale Lockerungen bei Themen wie der Anerkennung ausländischer Fachkräfte und die Sicherung finanzieller Mittel. Erste konkrete Maßnahmen der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte müssen umgesetzt werden. Als Wirtschaftsförderung Cottbus befördern wir den Prozess u.a. durch strategisches Management der zahlreichen Partner.“

Andrea Stewig-Nitschke, Pflegedirektorin des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus: „Die Analyse der Pflegestatistik durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg zeigt es deutlich. Im aktuell veröffentlichten Pflegedossier wird die steigende Anzahl der Pflegebedürftigen und der Fachkräftebedarf bis zum Jahr 2040 prognostiziert. In Cottbus käme es bis zum Jahr 2040 zu einem Personalmehrbedarf von mindestens 950 Personen. In den Landkreisen sieht es ähnlich aus. Darüber hinaus wird bei veränderter demografischer Struktur der Bevölkerung auch das Erwerbspotenzial in den Regionen noch zurückgehen. Es besteht in allen Versorgungsbereichen, auch in den Akutkliniken, schon heute und in der Zukunft ein hoher Bedarf an Pflegepersonal. Einzelne Einrichtungen können die Personalsuche und notwendige Integrationsprogramme schwer allein umsetzen. Die Maßnahmen sollen gebündelt werden, um gemeinsam strukturiert vorzugehen. Das neue Pflegeberufegesetz wird ab 2020 die bisher getrennt geregelten Pflegeausbildungen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und der Altenpflege nun zusammenführen. Dies wird den Pflegeberuf weiterentwickeln und die Akademisierung einbinden. Die nachfolgenden Auswirkungen auf den Fachkräfteeinsatz vor Ort, insbesondere für die bisher vorwiegend auf dem zweiten Bildungsweg ausgebildete Altenpflege, sind aktuell noch nicht abschließend bewertbar.“

(pm)

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