Stimmungsmache und Gewaltphantasien in der Lausitz gegen “Ende Gelände”

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Baggerbesetzung durch Ende-Gelände-Aktivisten 2016
Baggerbesetzung durch Ende-Gelände-Aktivisten 2016 (Foto: Ende Gelände 2016 von Ende Gelände/flickr.com unter CC BY 2.0)

Eine Region gerät in Panik: Die Ankündigung des Aktionsbündnisses “Ende Gelände”, an dem Wochenende vom 29. November bis zum 1. Dezember ins Lausitzer Braunkohlerevier kommen zu wollen, treibt manchem Einheimischen den Schaum vor den Mund.

In den sozialen Netzwerken kocht so mancher vor Wut und ruft offen zu Gewalt auf. “Und diesmal müssen wir uns wehren egal wie und mit welchen Mitteln”, fordert einer und bekommt von vier anderen prompt Zustimmung. Solch’ wütende Kommentare gab es in den letzten Tagen scheinbar zuhauf. Der Lobbyverein “Pro Lausitzer Braunkohle”, auf dessen Facebook-Seite in den Kommentaren mitunter heftig gemeckert wird, hebt hervor, dass seine Mitarbeiter etliche “Hass-Kommentare” entfernen mussten.

Offenbar hatte auch ein Nutzer gefordert, die Polizei solle auf die Aktivisten schießen. Diese Forderung ging dem Lobbyverein dann wohl doch zu weit. Auf seiner Facebookseite hob er hervor: “schießen auf Demonstranten gehört glücklicherweise nicht zu deren Kompetenzen”. 

Andere Kommentare befand man dagegen nicht des Löschens wert. Einer fordert: “Dann sollten sich die ganzen Kollegen mal zusammen tun und sich die Spinner mal zur Brust nehmen…” Eine andere: “wenn es  ‘heiß her’ gehen sollte, schlage ich eine spontane ‘Brandschutzübung’ vor… so ein Schaumleger kühlt auch runter”. Oder so: “Von mir aus gleich ne Bombe in das Dreckspack und Ruhe..”

Mitglieder der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung beteiligen sich inzwischen auch an der Stimmungsmache gegen “Ende Gelände”. Unter den Stadtverordneten zirkuliert eine von der SPD initiierte “Erklärung”, die sie diskutieren und unterschreiben sollen. In dieser wird dem Aktionsbündnis unterstellt, per se “gewalttätige und rechtswidrige Vorhaben” geplant zu haben.

Was genau geplant sein soll, darauf geht die “Erklärung” nicht ein. Was sie dagegen aber sehr deutlich macht, ist der provinzielle Grundtenor, in dem sie verfasst wurde. Man wolle schließlich keine “Initiativen von außen”, man liefere dagegen in Cottbus und in der Lausitz zur Lösung der anstehenden Fragen eigene Beiträge.

 

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