Wasserstoffregion Lausitz: Regulatorische Hürden abbauen

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Zum zweiten Mal vergibt die Landesregierung den „Forschungspreis Wasserstoff.NRW“. Staatssekretär Dammermann prämierte die sechs besten Abschlussarbeiten der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 14.000 Euro. Schwerpunkt der Arbeiten war die Energiespeicherung.
Forschungspreis Wasserstoff.NRW von EnergieAgentur.NRW / Frank Wiedemeier unter CC BY 2.0

Lübben. Die Etablierung der Lausitz als innovative Wasserstoffregion hat bei einem Workshop im Spreewald heute einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Auf dem Plattform-Workshop der Wasserstoffregion Lausitz gelang es einem breiten Bündnis von Kooperationspartnern alle wichtigen Repräsentanten aus dem Bereich Wasserstoff an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam eine einheitliche Vision für die Realisierung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft in der Lausitz zu entwerfen und konkrete Aktivitäten auf den Weg zu bringen.

„Das große Interesse an der heutigen Veranstaltung in Lübben mit über 70 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft hat gezeigt, dass die Akteure und die Menschen in der Region bereit für den Wandel sind. Wir als IHK leisten unseren Teil und schaffen für das Thema Wasserstoff in der Lausitz ab 1.1.2020 eine Stelle für einen Netzwerkmanager“, sagte Jens Krause, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Cottbus. „Jetzt ist es an der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen für den erfolgreichen Start der Wasserstoffwirtschaft in der Lausitz zu schaffen.“

Um einen Markt für grünen Wasserstoff aufzubauen, müsse man die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern, so Simon Schäfer-Stradowsky, Geschäftsführer des IKEM: „Grüner Wasserstoff darf gegenüber konventionellen Energieträgern nicht benachteiligt werden. Daher sollte eine regulatorische Innovationsregion eingerichtet werden, damit Fördermittel nicht gegen rechtliche oder bürokratische Hürden anlaufen und somit ineffizient eingesetzt werden.“

Im Zuge dessen müssen Umlagen und Steuern auf Strom und Elektrolyseure umgedacht werden beziehungsweise: „Wir müssen solche Lösungen bevorzugen, die im Sinne der Energiewende sind. Klimafreundliches muss attraktiver als klimaschädliches Wirtschaften sein“, so Simon Müller, Leiter für den Bereich Energiesysteme bei ENERTRAG. „Dazu gehört unter anderem, dass Klarheit bei der Zertifizierung von Grünstrom und grünem Wasserstoff hergestellt wird.“

„Wichtig ist: die wissenschaftliche Kompetenz im Bereich grüner Wasserstoff auszubauen und unternehmerische Ansätze entlang der Wertschöpfungskette in der Lausitz zu mehren. Positive Signale sind da: die Ankündigung von Siemens zur Realisierung eines Innovationscampus und der Kooperation mit Fraunhofer für den gemeinsamen Aufbau eines Labors für Wasserstoff-Forschung. Auch unser Projekt HyStarter Lausitz wird mit der Potenzialanalyse für Wasserstoff weitere Impulse in der Wirtschaftsregion Lausitz setzen. Wir haben uns auch entschlossen im nächsten Ideen- und Projektwettbewerb im Modellprogramm „Unternehmen Revier“ ab Anfang Januar einen Aufruf zum Thema `Grüner Wasserstoff‘ vorzunehmen, um Umsetzungsmaßnahmen zu fördern. Wir hoffen auf eine große Resonanz von Projekteinreichern.“, erklärt Norman Müller, Leiter Technologie- und Projektmanagement der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH.

„Das Netzwerk zeigt, dass sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg vitale Wirtschaftsakteure vorhanden sind. Die Nutzung von Wasserstoff hat von Dresden bis Potsdam über alle Sektoren – also Mobilität, Industrie und Wärme – großes Potential“, sagte Lukas Rohleder, Geschäftsführer von Energy Saxony. „Jetzt gilt es, die großindustrielle Umsetzung zu forcieren.“

Auch die Genehmigungsverfahren sind nach Ansicht des Bündnisses bisher zu langsam. Die Lokal- und Landespolitik muss daher für die schnelle Erteilung von Genehmigungen für Elektrolyseure sowie die damit verbundenen Erzeugungsleistungen sorgen.#

(pm)

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