Wie der Mix aus Acker, Bäumen und Tieren auf dem Feld den Ertrag von Landwirten steigert

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Die Bäume schützen Felder vor starkem Wind und verringern so den Bodenabtrag.
Die Bäume schützen Felder vor starkem Wind und verringern so den Bodenabtrag. (Foto: Christian Böhm)

Baumreihen auf Feldern erhöhen die Bodenfruchtbarkeit, schützen vor Erosion und bieten neue Einnahmequellen.

Die ökologischen und ökonomischen Vorteile des Anbaus von Ackerkulturen, Bäumen und Sträuchern und der Haltung von Tieren auf einer Bewirtschaftungsfläche haben Wissenschaftler um Dr. Christian Böhm aus dem Fachgebiet Bodenschutz und Rekultivierung wissenschaftlich untersucht. Sie zeigen auf der Abschlusskonferenz des Forschungsprojekts „Agroforstliche Umweltleistungen für Wertschöpfung und Energie (AUFWERTEN)“ am 20. März 2019 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin, wie Landwirte, Kommunen und Landbesitzer aber auch der Umwelt- und Naturschutz von der Agroforstwirtschaft profitieren.

„Die Bäume und Sträucher schützen Felder vor starkem Wind und verringern so den Bodenabtrag. Die Windgeschwindigkeit kann bis zu 96 Prozent reduziert werden. So bleibt der Oberboden und damit der fruchtbarste und landwirtschaftlich bedeutendste Teils der Böden erhalten“, so Christian Böhm.

Ein weiterer Vorteil: Die Gehölze verhindern, dass Nähr- und Schadstoffe in Oberflächengewässer und ins Grundwasser gelangen. Die Untersuchungen der Forscher zeigen, dass unter Pappelstreifen die mittlere Nitratkonzentration im Grundwasser mehr als 120 Mal niedriger ist als unter den Ackerkulturen. Und Bäume verbessern das Mikroklima und verringern die Verdunstung. So kann auch auf trockeneren Standorten mehr geerntet werden. Als Obst- oder Energieholzlieferanten schaffen Bäume eine zusätzliche Einnahmequelle für Landwirte.

„Die Flächen bieten Lebensraum für Vögel und Kleintiere und sind ideal für die Viehzucht von Rindern, Schafen und Hühnern“, so Böhm. „Agroforst-Systeme sind eine vielversprechende und zukunftsweisende Form der Landnutzung. Doch Landwirte stehen vor zahlreichen Herausforderungen, für die wir in den kommenden Jahren konkrete Lösungsansätze entwickeln müssen.“ So schränken die rechtlichen Rahmenbedingungen die Gestaltungsfreiheit von Agroforst-Systemen ein. „Bislang finden diese im deutschen und im EU-Agrarförderrecht keine Berücksichtigung. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir einen Vorschlag erarbeitet.“ Zusammen mit der Technischen Universität München, der Universität Bayreuth und dem Leibniz Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim sowie Politik, Verbänden, Verwaltung und der Praxis befassen sich die Forschenden in dem von der BTU Cottbus-Senftenberg koordinierten Projekt seit mehr als vier Jahren mit den Voraussetzungen für eine verstärkte Umsetzung von Agroforstwirtschaft in der landwirtschaftlichen Praxis. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „Innovationsgruppen für ein Nachhaltiges Landmanagement“ in Höhe von knapp 3,3 Mio. € gefördert. (pm)

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